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Der EM-Kader steht

Björn Rosigkeit • 29. May 2012

Björn Rosigkeit
Bald ist es endlich wieder soweit, Autokorsos, Rudelgucken, Gemeinschaftsgefühle und hoffentlich viel Jubel stehen vor der Tür! Doch bis es soweit ist wird noch ein wenig getestet und geformt und die angepriesene "Todesgruppe" der Deutschen, aufgrund der starken Gegner bzw. der Ausgeglichenheit, zeigt sich durchweg noch nicht als solche.

Schweiz – Deutschland 5 : 3

Ein vorab kaum für möglich gehaltenes Ergebnis beschert den Schweizern den ersten Sieg gegen eine deutsche Mannschaft seit 56 Jahren. Die Testspielschwäche der deutschen Nationalmannschaft vor großen Turnieren ist hinlänglich bekannt, Niederlagen gab es dennoch meist gegen Gegner des Formats Italien, Brasilien und dergleichen, woraufhin meist ein gutes Abschneiden bei den anstehenden Europa- bzw. Weltmeisterschaften folgte. Demzufolge wird dieser Test meinerseits ebenfalls als gutes Omen abgetan, wobei fünf Gegentore bei einem solchen Kontrahenten schon zu denken geben.

Die DFB-Elf kam eher schleppend in die Partie, während die Offensive jedoch für einige Lichtblicke und Chancen sorgte, versagte die Defensivabteilung nahezu komplett und so konnte Bundesligalegionär Eren Derdiyok die schweizer Mannen bereits nach 23 Minuten mit 2:0 in Führung bringen, ehe Hummels kurz vor der Pause den Abstand verkürzte (2:1, 45.). Derdiyok vervollständigte seinen Hattrick in der 50. Minute und stellte den ursprünglichen Abstand wieder her. Die Begegnung nahm von nun an Fahrt auf und daraus resultierten Chancen und Tore auf beiden Seiten. Die deutsche Elf konnte den Abstand infolgedessen zweimal erneut verkürzen(3:2, 64., 4:3, 72.), die Schweizer ließen sich den einfachen Sieg aber nicht mehr nehmen und feierten einen versöhnlichen Abschied vor der EM, für die sie sich nicht qualifizierten.

Inwiefern das Ergebnis den EM Kader beeinflusste ist (noch) nicht bekannt, der im Tor stehende Marc Andre ter Stegen (Gladbach) wurde allerdings bereits wieder nach Hause geschickt. Ihm angeschlossen haben sich Sven Bender (BVB), Julian Draxler (Schalke 04) und Stürmer Cacau (Stuttgart). Letzterer wird wohl am meisten an der Nicht-Nominierung zu knabbern haben, da die EM für ihn wohl das letztmögliche Turnier im Dress der Nationalelf gewesen wäre, in dem er sich für neue Arbeitgeber anbieten wollte. Zumal überrascht diese Entscheidung, da sich Bundestrainer Löw für ihn entschied, anstelle von u.a. Patrick Helmes, der nach der Winterpause aufblühte, da er in Stuttgart meist nur noch als Reservespieler agierte und genau so ein Stürmertyp, der es gewohnt ist eingewechselt zu werden, gesucht wurde.

Der nächste Test der Deutschen steht am Donnerstag an, wenn die israelische Nationalmannschaft gefordert wird und es bleibt zu hoffen, dass sich der nun festgelegte Kader bis dahin besser gefunden hat und die Generalprobe erfolgreich bestanden wird.

Todesgruppe oder doch viel Lärm um nichts?

Auch Deutschlands Vorrundengegner gaben sich die Blöße und blamierten sich eher, als dass sie Angst und Schrecken verbreiteten. Die Portugiesen, Deutschlands Auftaktgegner am 8.6.12, kamen nicht über ein 0:0 gegen Mazedonien hinaus und blieben dabei oftmals zu ineffektiv.

Die Niederlande, der stärkste Gegner in der Gruppe, blamierte sich in einem schwachen Spiel im eigenen Land gegen Bulgarien, die 1:2 gewannen und auch der dritte Gruppengegner, Dänemark, verlor sein Testspiel, allerdings gegen Brasilien, was wiederum zu erwarten war bzw. nicht in dem Maße überraschend ist. Eine dänische Hiobsbotschaft gab es dennoch, denn Dänemarks Stammtorhüter Sörensen leidet erneut an einer zurückliegenden Rückenverletzung, die ihm die EM-Teilnahme kostet. Trainer Morten Olsen ist das Risiko zu hoch, dass Sörensen nicht mehr rechtzeitig fit wird und so wurde ein großer Name nachnominiert. Schmeichel, allerdings handelt es sich nicht um den weltberühmten Towart Peter (Schmeichel, u.a. Manchester United), sondern um seinen Sohn Kasper.

Abgestiegen in den Urlaub

Der erneut abgeschemetterte Einspruch der Berliner im Kampf um eine Annulierung des Ergebnisses des Relegationsspiels in Düsseldorf hat die Herthaner nun endlich dazu veranlasst, die (noch) unter Vertrag stehenden Spieler in den Urlaub zu schicken und das Urteil mehr oder minder hin- respektive anzunehmen. Eine endgültige Entscheidung darüber soll heute auf der Mitgliederversammlung via Abstimmung getroffen werden, dennoch scheint der Gang vor das Schiedsgericht weiterhin möglich, wobei ein „positives Urteil“ kaum noch zu erwarten ist. Erwähnenswert war die Vorstellung vor Gericht von Otto Rehhagel, „Noch-Trainer“ der Berliner, der die obligatorische Frage (im Zeugenstand), wer er sei und was er beruflich ausübe damit beantwortete, dass jeder wisse, wer er sei, da er in einer Mediengesellschaft arbeite. Weitere Fehltritte waren u.a. die Anlehnung an den zweiten Weltkrieg und der Verweis auf das Drama der Loveparade von vor zwei Jahren in Duisburg, worauf nun nicht näher eingegangen wird (vollständige Verhandlung, Express).

 

EM-Spielplan (kicker.de)

 

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