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Der zweite Spieltag ist vorbei, für manche heißt es schon Good Bye!

Björn Rosigkeit • 16. June 2012

Björn Rosigkeit
Direkter Vergleich? Wer um 18 Uhr Langeweile besitzt kann getrost ein wenig rumrechnen und sich explizit mit der „Hätte – wäre – wenn“-Frage beschäftigen, Rechenbeispiele sind en masse vorhanden.

Heute beginnt der Ernst der Lage und die Teilnehmer der Viertelfinals werden die nächsten vier Tage bestimmt. Das Problem ist lediglich, dass die Vollblutsfußballfans erst einmal gar nicht wissen, was sie um 18 Uhr anstellen sollen, denn aufgrund der Chancengleichheit und Fairness beginnen alle Partien des letzten Vorrundenspieltags zeitgleich um 20.45 Uhr.

Gruppe A

Die Gruppe A macht hierbei, wie üblich, den Anfang. Die Tschechen duellieren sich mit dem Co-Gastgeber Polen und das gebeutelte Griechenland trifft auf Russland. Alle Mannschaften haben noch Chancen aufs Weiterkommen, die beste Ausgangslage haben allerdings die Russen, die bereits mit einem Unentschieden sicher qualifiziert wären.

Am 2. Spieltag trennten sie sich in einem spannenden und guten Spiel 1:1 gegen Polen und verpassten es somit, den Viertelfinaleinzug frühzeitig dingfest zu machen, wohingegen die Polen nach einer starken zweiten Halbzeit und dem zweiten Unentschieden in Folge weiterhin Hoffnung haben längerfristig an der EM zu partizipieren, dafür muss Tschechien aber am letzten Spieltag besiegt werden. Ähnlich brisant ist die Ausgangslage der Griechen, die ihr zweites Spiel gegen Tschechien mit 1:2 verloren haben und nur mit einem Sieg die griechische Flagge weiterhin hochhalten können. Zwar haben sie das schlechteste Torverhältnis der Gruppe bei drei Punkten Rückstand auf den Spitzenreiter Russland, jedoch zählt bei der EM in erster Linie der direkte Vergleich, was bedeutet, dass bei Punktgleichheit entscheidend ist, wie beide (punktgleiche) Mannschaften gegeneinander gespielt haben.

Obacht! Folgende Zeilen sind nur für die ganz Harten zu betrachten....

Interessant würde es werden, wenn unter diesen Umständen die Tschechen Remis spielen würden, infolgedessen hätten drei Mannschaften jeweils vier Punkte und das Torverhältnis wäre wieder entscheidend, da die Russen gegen die Griechen verloren hätten, gleichzeitig aber die Tschechen Griechenland besiegten und Russland Tschechien bezwang. Unter Beachtung des direkten Vergleichs hieße das, Griechenland wäre vor den Russen, Tschechien vor Griechenland und gleichzeitig sind die Russen vor den Tschechen. Allein daraus wird deutlich, dass das System des direkten Vergleichs einfach nur unübersichtlich und bescheuert ist und es bleibt fast zu hoffen, dass alles klar und eindeutig wird.

Um es der Werbung eines beliebten Autoherstellers gleichzumachen …

B, wie Bundesrepublik Deutschland

B, wie Bumm-Bumm-Gomez

B, wie baldiger Europameister

B, wie Gruppe B

Am morgigen Sonntag entscheidet sich in der wohl spannendsten und ausgeglichensten Gruppe, wer den Weg ins Viertelfinale findet. Die bisher größte Enttäuschung der EM sind unsere niederländischen Nachbarn, die im alles entscheidenden Spiel gegen Portugal gewinnen und gleichzeitig darauf hoffen müssen, dass Deutschland Dänemark besiegt, um ihre minimalen Chancen auf das Viertelfinale zu wahren.

Der Fußballklassiker Deutschland – Holland sorgte am zweiten Spieltag für klare Verhältnisse in der Gruppe, jedoch war es ernüchternd zu sehen, wie schlecht und hilflos die Niederlande teilweise gegen die DFB-Elf agierte. Mario Gomez gelang es durch zwei sehenswerte Tore seine Kritiker, woher auch immer die auf einmal kommen, zu besänftigen und legte mit der 2:0 Führung bereits in der ersten Halbzeit den Grundstein des Sieges (38.). Im zweiten Durchgang plätscherte das Spiel vor sich hin, ehe die Holländer mit dem 1:2 Anschlusstreffer (73.) noch etwas Spannung kreierten. Letztlich gelang es ihnen aber nicht, das Ruder nochmals herumzureißen bzw. wenigstens einen Punkt zu ergattern und so stehen sie gegen Portugal mit dem Rücken zur Wand. Die Portugiesen hingegen leisteten den Holländern Schützenhilfe, bezwangen Dänemark in einem unterhaltsamen Spiel in den Schlussminuten mit 2:3 (87.) und können als aktueller Zweitplatzierter etwas entspannter der letzten Partie entgegenblicken.

Gruppe C

Die angepriesene Frage bezogen auf die Konkurrenzfähigkeit der Iren stand im Raum und aus Umkreisen wurde bekannt, dass selbst die irisch-italienische Trainerlegende Trapattoni ein paar Zeilen des Blogs als eher unrühmlich und beleidigend empfand und Taten sprechen lassen wollte. Die Iren verloren (tatenlos) 4:0 gegen den amtierenden Europameister Spanien, die mitgereisten Fans ließen sich davon aber nicht beeindrucken und stimmten ein ums andere mal Loblieder auf ihre versagenden Spieler an. Der neutrale Zuschauer wünschte den Iren einfach nur, dass es keine Nachspielzeit gibt, denn das war einfach nur erschreckend schwach und teilweise entstand etwas Mitleid. Inwiefern sich die Truppe davon erholt und wenigstens den bereits feststehenden Abschied versöhnlich gestaltet, zeigt sich am kommenden Montag im letzten Gruppenspiel gegen Italien. Die Squadra Azzurra steht nach dem zweiten Remis unter Zugzwang, muss gewinnen und gleichzeitig darauf hoffen, dass die Partie zwischen Spanien und Kroatien nicht in einer Punkteteilung endet, da in diesem Fall das momentane, schlechte Torverhältnis ausschlaggebend wäre und ein Ausscheiden bedeuten könnte. Sollte dies eintreten, so wären die Italiener selber Schuld, da es ihnen nicht gelang, ihr klares Chancenplus im Spiel gegen Kroatien zum Sieg zu nutzen (1:1).

Gruppe D

Der zweite Spieltag der Gruppe sorgte für eine Premiere während einer Europameisterschaft, denn das Spiel zwischen Frankreich und der Ukraine wurde wegen Gewitters respektive schlechtem Wetter am gestrigen Abend nach lediglich sechs Spielminuten für knapp eine Stunde unterbrochen. Den Franzosen schadete dies aber merklich wenig und so bestimmten sie von vornherein die Partie und entschieden sie verdient mit 2:0 für sich. Die Equipe Tricolore verpasste es in der ersten Halbzeit trotz klarer Spielbestimmung in Führung zu gehen und so sorgten die ukrainischen EM-Gastgeber gelegentlich mit gefährlichen Kontern für Hoffnung auf eine Überraschung, die schlussendlich aber verdientermaßen ausblieb. Am letzten Spieltag können die Ukrainer nur mit einem Sieg gegen England ins Viertelfinale einziehen, wobei es wahrscheinlicher ist, dass sie, wie die Schweden, den Rest der EM in Ruhe als Zuschauer verfolgen können, ohne selbst die Schuhe schnüren zu müssen.

Die Schweden sind nach den erfolglosen Iren die zweite Mannschaft, die sicher ausgeschieden ist, nachdem sie in einem spektakulärem Spiel 2:3 gegen England unterlagen. Nach früher Führung der Engländer glichen die Schweden in Halbzeit zwei aus (49.), gingen anschließend sogar in Führung (59.) und beendeten das Spektakel dennoch als Verlierer (2:2, 65., 2:3, 78.). Die fehlende Hochklassigkeit der Partie wurde durch die vielen Tore und die daraus resultierende Spannung bestens ausgeglichen. Frankreich und England besetzen mit jeweils vier Punkten auf der Haben-Seite die ersten beiden Plätze, dicht gefolgt von der Ukraine mit drei Punkten und damit haben es die beiden Favoriten selbst in der Hand, ihre Viertelfinaltickets einzulösen.

 

aktueller Spieltag (kicker.de)

 

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