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Icon   Die Debatte über das Beschneidungsritual

Die Beschneidung halbwüchsiger Jungen: Körperverletzung oder Ritual, das unsere Akzeptanz verdient...?

Kurt Nickel • 06. July 2012

Kurt Nickel
Nach unseren deutschen Rechtsvorgaben ist es sicherlich eine Körperverletzung, wenn man Menschen, insbesondere im jüngeren Alter, in dem sie noch keine objektiven Entscheidungen treffen können, in ihre körperliche Unversehrtheit eingreift. Die Beschneidung kleiner Jünglinge wäre sicherlich ein solcher Fall, wenn es sich hier um eine Verstümmelung handelte, an der andere ihre Lust verspürten.

Unter einem solchen Aspekt wäre es gewiss richtig, diese Handlungen unter Strafe zu stellen, doch in diesen Fällen sollte der Bürger sich erstmal über die Hintergründe und die medizinische Sinnhaftigkeit informieren, bevor er die Beschneidungsrituale verurteilt.

Man sollte hierbei nicht vergessen, dass es sich hierbei um einen Brauch handelt, deren Entstehungsgeschichte auf Jahrtausendalte Traditionen beruht. Jene, die sich mit ihrer Ablehnung dagegen wichtig machen wollen, stellen dabei Vergleiche an, die einfach nicht akzeptabel sind und dieses Ritual als Scharlatanerie abtun. Doch das wird hier wirklich nicht der Fall sein, denn nicht ohne Grund werden die Riten in gewissen Glaubenskreisen als elementare Vorgaben ihres Glaubensbekenntnisses empfunden.

Wie viele alte Traditionen, die möglicherweise heutzutage überflüssig wären, wird auch das Beschneidungsritual seinerzeit nicht ohne Grund ins Leben gerufen worden sein. Vor vielen Tausend Jahren war es wohl für die Erhaltung der Spezies Mensch enorm wichtig, dass alles Mögliche getan werden musste, um die Fortpflanzung zu gewährleisten. Sei es in Sachen Lustempfinden und gesteigerte Empfindsamkeit oder aber der hygienische Hintergrund, deren positive Auswirkungen auch heutzutage unumstritten sind.

Allein schon aus meiner Zeit, als ich noch als Krankenpfleger tätig war, weiß ich, dass es viele Patienten gab, die es mit der Hygiene nicht so genau nahmen. Übelriechende, käsige Rückstände kamen oftmals unter der Vorhaut des Penis zum Vorschein, wenn Patienten gewaschen werden mussten. Dieses Sekret wird im Fachjargon auch „Smegma“ genannt. Häufig führte diese Unsauberkeit auch zu Entzündungen unter der Vorhaut, die dann gleichzeitig eine Brutstätte von Bakterien wurde. Allein schon der Gedanke, dass dieser Mensch dann später in diesem Zustand mit seiner Partnerin den Geschlechtakt ausübt, reicht schon allein, um zu verstehen, warum seinerzeit eine generelle Beschneidung kleiner Jungen zum festen Ritual wurde. Es wurde schlichtweg verhindert, dass sich krankmachende Keime ungehindert beim Partner ausbreiten können. Desinfizierende Lösungen, wie wir sie kennen, gab es damals noch nicht.

Es ist also unbestritten, dass die Beschneidung eines Jungen die eigene Körperhygiene und die der Partnerin verbessert. Zudem kommt noch, dass eine (zwar recht seltene) Krebserkrankung des Penis nach einer Beschneidung nahezu ausgeschlossen ist.

Irgendetwas hatten sich jene klugen Menschen sicherlich dabei gedacht, als sie das Volk zu jener Hygiene dadurch zwangen, indem die Beschneidung zum Glaubenskult wurde.

Deshalb sollten wir uns abgewöhnen, andere Kulturen und Religionen zu Maßregeln, nur, weil uns gewisse Rituale dort suspekt erscheinen!!

Fangen wir doch einfach mal bei uns selbst an, was andere Kulturen an unseren Brauchtümern anstößig finden könnten. Fragen Sie doch mal einen Muslimen, ob er:

-         es normal findet, wenn bei Schwulen- und Lesbenparaden fast nackte und bizarr gekleidete Menschen wie die Tiere auf den Umzugswagen herumhüpfen

-         oder im Karneval eine ganze Nation volltrunken durch die Städte torkelt und teilweise außer Kontrolle gerät

-         oder Hunderttausende Abtreibungen jährlich bei uns vorgenommen werden?!!

Ich denke, dass wir erst einmal unser eigenes Umfeld ordnen sollten, bevor wir andere Kulturen Belehrungsprozessen aussetzen. Mich selbst stören jene aufgeführten Beispiele (bis auf die Abtreibungen) recht wenig, weil ich es jedem selbst überlasse, wie er sein Leben gestaltet. Insofern stehe ich auch anderen Religionen ihre traditionellen Rituale zu, die teilweise wie ein elementares Fest eines neuen Lebensabschnittes gefeiert werden. Findet das Ganze dann auch noch in einer Klinik statt, wo der Eingriff unter hygienischen Umständen erfolgt, sollte man auch in unserem Land dieses Ritual akzeptieren. Jedoch niemals mit verrosteten Messer oder Rasierklingen in irgendwelchen Hinterhöfen!

Übrigens: Ich selbst ließ auch mich beschneiden, als ich Anfang 20 war. Es waren jene Erfahrungen in dem Krankenpflegeberuf und die sich daraufhin auswirkenden hygienischen Aspekte, die mich zu dieser Entscheidung trieben. Ich habe es ein Leben lang nicht eine Sekunde bereut. Bitte ruhig weitersagen!!!

Abschließend möchte ich betonen, dass ich die Beschneidung junger Mädchen ablehne, da ich dort keinerlei medizinischen und hygienischen Vorteile sehe, die dies rechtfertigen würden. Und allein es deshalb durchzuführen, weil es andere wollen, ist nicht akzeptabel. Dieses Ritual werde ich immer verabscheuen...

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Genau so sieht es aus. Das

Bild von bmg

Genau so sieht es aus. Das sind die Fakten.

Zudem spielt dieser ganze Medienrummel, der durch ein einziges Urteil aufgrund eines einzigen Falles entstanden ist, allen Antisemiten und Rassisten - und davon gibt es viel zu viele - in die Hände.

In keinem Land der Welt hat bisher auch nur ein Hahn danach gekräht, aber die guten und ach so sehr um die Kinder besorgten Deutschen müssen da wohl zwangsläufig ihrem Herzen Luft machen...

Zur politischen Funktion der Beschneidung

Bild von Gerd Weghorn

Gerd Weghorn, Bonn:

Ihre Funktionsbeschreibung der Beschneidung als hygienische Vorsichtsmaßnahme entbehrt jeder Grundlage, Kurt Nickel.

Dass die Rabbiner auch heute noch auf der Beschneidung bestehen, basiert auf der fundamentalen Bedeutung, die gerade der Beschneidung (Abrahams, Ismaels und Isaaks) in der jüdischen und in der islamischen Welt zugemessen wird.

Hier die Begründung dafür, warum die Missachtung des von den Juden geforderten "Gotteszeichens" Beschneidung durch die Ungläubigen eine Provokation des Judentums ohnegleichen darstellt:

"Das Zeichen des Bundes Gottes mit den Juden (Gen. 17,11), ohne das ein Teilhabe an dem Abraham verheißenen Segen undenkbar ist, fällt für Menschen aus den Völkern künftig weg", so der Apostel Paulus. "Sie nehmen nach Paulus aufgrund ihres Christusglaubens am Abrahamssegen teil und sind Glieder des auserwählten Volkes, ohne das (von den Rabbinern - GW) geforderte Gotteszeichen der Beschneidung noch länger tragen zu müssen. (K.-J. Kuschel: Streit um Abraham, 2001, S. 122)

Daraus wird ersichtlich: es ist die rituelle Beschneidung, die den Juden - die Jüdin ist religiös nicht so bedeutungsvoll - vom Nicht-Juden unterscheidet, insofern sie - und nichts anderes - die Aufnahme in das "Volk" Gottes symbolsiert. Ohne Beschneidung wären diese Jungen Christen. Oder Heiden oder sonst was.

Aus diesem Grundgesetz heraus wird auch der Aufmacher der SZ von heute verständlich, der da lautet:

"Juden fordern Recht auf Beschneidung. Europas Rabbiner warnen vor den Folgen des Kölner Verbots-Urteils. Sie sagen: Bleibt es dabei, haben jüdische Gemeinden keine Zukunft in Deutschland."

Das ist so ernst gemeint, wie es klingt, denn ohne Beschneidung ist der Jude kein Jude!

Den Kopf kahlrasieren ist

Bild von Mummpizz

Den Kopf kahlrasieren ist auch gut, man muss sich nie wieder kämmen, und die Läuse sieht man auch sofort. Und Zwangsheirat und Minderjährigenehe war auch schon immer fester Bestandteil islamischer Kultur. Wollen wir dafür nicht auch eine Tür öffnen? Nein, wollen wir nicht.

Jeder Mensch hat das Recht auf körperliche Unversehrtheit. Erst Recht jeder junge Mensch. Du, lieber Kurt, hast dich mit 20 dazu entschieden, dich beschneiden zu lassen; das ist auch dein gutes Recht. Wenn volljährige Menschen sich (!) dazu entscheiden ist das ok; minderjährigen das anzutun ist Gewalt.

Diese Zeitung heißt übrigens Vorwärts. – m. E. ist damit das Streben nach mehr Menschenrechten gemeint. Sie heißt nicht "Näher mein Gott zu Dir".

Wie viele alte Traditionen,

Bild von KaiKai

Wie viele alte Traditionen, die möglicherweise heutzutage überflüssig wären, wird auch das Beschneidungsritual seinerzeit nicht ohne Grund ins Leben gerufen worden sein. Vor vielen Tausend Jahren war es wohl für die Erhaltung der Spezies Mensch enorm wichtig, dass alles Mögliche getan werden musste, um die Fortpflanzung zu gewährleisten. Sei es in Sachen Lustempfinden und gesteigerte Empfindsamkeit oder aber der hygienische Hintergrund, deren positive Auswirkungen auch heutzutage unumstritten sind.

Deshalb sollten wir uns abgewöhnen, andere Kulturen und Religionen zu Maßregeln, nur, weil uns gewisse Rituale dort suspekt erscheinen!!

Abschließend möchte ich betonen, dass ich die Beschneidung junger Mädchen ablehne, da ich dort keinerlei medizinischen und hygienischen Vorteile sehe, die dies rechtfertigen würden. Und allein es deshalb durchzuführen, weil es andere wollen, ist nicht akzeptabel. Dieses Ritual werde ich immer verabscheuen...

Nun, ein jeder kann es halten wie er will... Sobald er Erwachsen ist!!!

Was ich nicht verstehe ist, die Beschneidung von Jungen ist eine Hygienische Sensation, die alte kluge Völker sich ausgedacht haben, bei Mädchen, bei denen es auch Arten von Beschneidung gibt, die mit der von Jungen vergleichbar sind, wird dieses aber abgelehnt? Warum? Weil es irgendwelche Afrikanischen Völker sind, die eh keine Ahnung haben, weil die Traditionen dort nicht auch mind. 4000 Jahre alt sind? Oder in Burma, wo die Klitoris Vorhaut beschnitten wird, in einem Krankenhaus, von einem Spezialisten? Diese Beschneidung ist zu vergleichen mit der Beschneidung von Jungen in Europa. Sind die Menschen auf Burma irgendwie blöder, minderwertiger oder ist ihre Kultur ab zu lehnen? Oder glauben wir hier internationalen Studien nicht, die auch Wunderheilkräfte in Burma für Mädchen voraussagen?

Die Beschneidung wurde in einigen Völkern durchgeführt um Sklaven zu kennzeichnen, damit hatte die Frau bei der Wahl der Geschlechtspartner sofort die Möglichkeit zu erkennen das es sich um einen Sklaven, also unfreien, handelt. In der jüdischen Religionslehre wurde die Beschneidung eingeführt, damit jüdische Frauen bei der Partnerwahl sofort feststellen können das sie mit einem Juden schlafen...

Aber was wurde der Beschneidung nicht alles schon an gutem unterstellt? Die Heilung von Epilepsy, Blödheit, Wasserkopf etc. bis zu den Urban Ledgends von heute, der Reinlichkeit und der Hilfe bei Aids und Krebs...

Gebärmutterkrebs
C. J. Cold et al., "Carcinoma in Situ of the Penis in a 76-Year-Old Circumcised Man," Journal of Family Practice 44 (1997): 407-410.

Peniskrebs
M. Frisch et al., "Falling Incidence of Penis Cancer in an Uncircumcised Population (Denmark 1943-90)," British Medical Journal 311 (1995): 1471.

Bei zweiter Studie wurde nachgewiesen das in den USA mit einer der höchsten Beschneidungsraten in Westlichen Ländern die Rate an Peniskrebs nicht geringer ist...

Auch der Satz:
" Übelriechende, käsige Rückstände kamen oftmals unter der Vorhaut des Penis zum Vorschein, wenn Patienten gewaschen werden mussten. Dieses Sekret wird im Fachjargon auch „Smegma“ genannt."

estaunt, ist Smegma doch
Smegma schützt und befeuchtet die Eichel und die Innenseite der Vorhaut, wobei sie die Erektion, die Umstülpung der Vorhaut und die Penetration während des Geschlechtsverkehrs erleichtert. Dieses natürliche Gleitmittel ermöglicht einen längeren Geschlechtsverkehr und macht zusätzliche künstliche Gleitmittel während des normalen Koitus oder der Masturbation überflüssig.
O’Hara K, O’Hara J. The effect of male circumcision on the sexual enjoyment of the female partner. BJU Int 1999; 83: 79–84.

Aber warum Smegma und Hygiene Grund für eine Beschneidung bei Jungen sein soll, bei Frauen aber nicht, obwohl diesen doch ein gewisser Fischgerich nachgesagt wird... Aber egal.

Beschneidung nach jüdischem Ritual wird an Kinder am 8 Tag vorgenommen, wenn diese gesund sind. Die Operation wird ohne Betäubung durchgeführt, Kinder fallen oft in ein Schmerzkoma etc.

Beschneidungen nach islamischen Ritual wird an Kindern durchgeführt, oftmals zwischen dem 6 und 12 Lebensjahr. Die Kinder (in diesem Alter noch längst nicht mit den Folgen einer solchen Operation vertraut) leiden mind. 7 Tage unter schmerzen...

Warum ich, als Christ meinen Sohn nun nicht verhauen darf (obwohl ebenfalls ein alter Brauch und auch in der Biebel erwähnt), entzieht sich mir nun irgendwie doch...

Zu guter letzt, ist es nicht so ein kleiner Schnipp, der immer ohne Komplikationen abläuft. In Amerika, zu Zeiten der Massenbeschneidungen kamen mehr Kinder durch die Folgen der Beschneidung ums Leben, wie an plötzlichen Kindstod starben... Wie dieses nun in Ländern wie Afrika abläuft möchte ich gar nicht erst wissen...

Zur Funktion der Vorhaut:
So wie die Augenlieder die Augen schützen, schützt die Vorhaut die Eichel und hält ihre Oberfläche weich, feucht und empfindlich. Sie sorgt außerdem für die optimale Wärme, PH-Wert und Sauberkeit der Eichel. Die Eichel selbst enthält keine Talgdrüsen, jene Drüsen also, die das Sebum, eine Art natürliches Öl, produzieren, das der Haut Feuchtigkeit spendet.Die Vorhaut produziert das Sebum, das die Oberfläche der Eichel gesund hält.
A. B. Hyman and M. H. Brownstein, "Tyson's 'Glands': Ectopic Sebaceous Glands and Papillomatosis Penis," Archives of Dermatology 99 (1969): 31-37.

Die Schleimhäute, die sich an allen Körperöffnungen befinden, bilden die vorderste Front der körpereigenen Immunabwehr. Drüsen in der Vorhaut produzieren antibakterielle und antivirale Proteine wie das Lysozym.
Anm. von mir: Womit dann doch wohl ein erhötes Infektionsrisiko zu erwarten ist...

Die Menschliche Vorhaut ist eben so empfindlich wie die Fingerspitzen. Sie enthält die höchste Konzentration an Nervenrezeptoren.... Sie erfüllt wichtige Funktionen bei der Erektion, die nach einer Beschneidung für manche Männer auch schon mal Schmerzhaft sein kann... Und sie erfüllt eine reibungsvermindernde Funktion beim Geschlechtsakt...

Also ist das Wegschneiden eines Postkartengrossen Teils des Penis, mit 20.000 Nervenzellen und wichtigen Funktionen für den Penis kein so kleiner Schnitt wie immer behauptet...

Warum wird eigendlich beschnitten
Weiterhin ist anzumerken dass die Beschneidung auch durchgeführt wurde (unter anderem USA, England, Kanada etc.) um die böse und gesundheitsschädliche Masturbation einzudämmen... Womit dann auch noch gezeigt ist, das die Beschneidung wirklich Einschränkungen für den Mann hat!!! Oftmals ist diese nur noch durch Hilfsmittel (Gleitmittel, Babyöl etc.) möglich...

Aber auch schon jüdische Rabbis wussten früh:
"Was die Beschneidung anbelangt, so denke Ich, einer ihrer Ziele ist es den Geschlechtsverkehr zu mindern und das Geschlechtsorgan so weit wie möglich zu schwächen und dadurch dafür zu sorgen, dass der Mann enthaltsam bleibt ... Die körperliche Verletzung, die diesem Organ zugefügt wird, ist genau das, was gewünscht ist; Sie unterbricht weder lebenswichtige Funktionen, noch zerstört sie die Zeugungsfähigkeit. Die Beschneidung wirkt einfach exzessiver Lust entgegen; denn es besteht kein Zweifel daran, dass die Beschneidung die Fähigkeit zur sexuellen Erregung schwächt und manchmal auch das natürliche Vergnügen verringert; Das Organ wird notwendigerweise schwach, wenn es Blut verliert und von Anfang an seiner Hülle beraubt ist."
Rabbi Moshe ben Maimon, Rechtgelehrter und Arzt, im 12. Jahrhundert

Zusätzlich ist noch zu sagen, das alle männlichen Säugetiere diese Vorhaut haben... Komisch das die Natur nicht mind. eine Spezies entwickelt hat, bei der sich die überflüssige und schädliche Vorhaut zurück gebildet hat...

Ansonsten kann ich jedem Menschen, egal ob Mann oder Frau nur Hygiene, auch an intimen Stellen empfehlen... Dann braucht es auch nicht solch überflüssiger, eher schädlicher Amputationen. Oder wollen wir, weil sich einige nicht die Ohren waschen und auch nicht dahinter, diese auch gleich abschneiden, sind ja auch überflüssig...

Das Du mit Deiner Operation glücklich bist, freut mich. Doch diese Entscheidung sollten wir, auch Aufgrund unseres Grundgesetzes, dem Menschen selber überlassen, wenn er dazu rechtlich und geistig in der Lage ist. Das heisst mit 18 Jahren. Und wenn es eine Frau dann will, dann sollten wir auch das zulassen...

Bechneidung

Bild von Martin Barmbek

Es erschüttert mich zutiefst, dass in einen Blog des SPD-Parteiblattes Sätze stehen dürfen, wie
„- wenn bei Schwulen- und Lesbenparaden fast nackte und bizarr gekleidete Menschen wie die Tiere(!) auf den Umzugswagen herumhüpfen“

Die Vergleiche, die Sie anstellen mit Karneval und Abtreibungen sind perfide. Ganz davon abgesehen, das Loveparade und Schlagermove ähnliche Veranstaltungen sind oder waren, die von Heterosexuellen besucht werden.

Aber zur Diskussion:
Die positiven Auswirkungen sind eben nicht unumstritten. Im Gegensatz vor 2000 Jahren gibt es heute zumindest in Europa überall fließendes Wasser. Darüber hinaus reden wir hier von einer Beschneidung von Kindern, die gar keinen Geschlechtsverkehr haben. Wenn jemand das später machen will, dann hat keiner was dagegen. Sollen denn im Übrigen auch Ohren, Nasen und die Pobacken abgeschnitten werden, weil es manche es nicht so genau nehmen mit der Hygiene nehmen? Das Smegma entsteht auch bei Beschnittenen, reibt sich aber an der Unterhose ab. Als Krankenpfleger(!) haben Sie scheinbar auch nichts von Risiken wie Nachblutungen, Entzündungen und ähnliches gehört.
Darüber hinaus, unterscheiden Sie unter religiösen Traditionen? Wäre Schwulenhetze genehm? Verbot von Kondomen? Unterdrückung von Frauen etc. Alles auch religiöse Traditionen…. Im übrigen haben Sie scheinbar vergessen, dass für alle Kulturen in Deutschland das Grundgesetz gilt. Hier gibt es das Recht auf körperliche Unversehrtheit und die Religionsfreiheit. Die stehen sich ja nicht mal gegenüber. Auch das Kind hat Recht auf Religionsfreiheit(Wahl!!) und auf seinen eigenen Körper. Deshalb bin ich froh, dass ein deutsches Gericht dieses Urteil ausgesprochen hat.

Oh heilige Einfalt

Bild von Roland Mross

Ich weiß schon, lieber Genosse Nickel, dass wer fest im Glauben ist, sich um Fakten nicht zu kümmern braucht. Aber vielleicht interessieren die beiden folgenden Artikel ein paar andere Genossinen und Genossen:
http://www.beschneidung-von-jungen.de/home/infos-fuer-eltern/fakten-die-...
http://www.news.ch/Haende+weg+von+kindlichen+Sexualorganen/548422/detail...

Bund mit Gott

Bild von Limette

war der Ursprung und nicht die Hygiene. Dieser Bund war auch offensichtlich nur für Männer wichtig.
Es gab auch andere Rituale, wie Steinigung unkeuscher Frauen. Diese sind-Mensch sei Dank- hier nicht mehr Brauchtum.
Muß man nun solche Rituale auf jeden Fall weiter durchführen? In Zeiten von Duschen und Impfungen wäre das mal auf den Prüfstand zu stellen.
Es geht dabei um erster Linie um die Unversehrheit des Kindes versus der Religionsausübung der Eltern. Was wiegt mehr?

Und ja, wir sind ja immer noch fleißig dabei unsere Kultur durchzuforsten nach Ritualen, die wir mittlerweile ablehnen z.B. Prügelstrafe für Kinder. erst im letzten Jahrhundert abgeschafft, obwohl es in der Bibel steht:Sirach 30, 1-3: Wer seinen Sohn liebt, schlägt ihn häufig mit dem Stock, dann wird er sich später über ihn freuen. Wer seinen Sohn züchtigt, kann ihn seinen Freunden mit Stolz vorführen. Er kann über sein Glück strahlen und erweckt den Neid seiner Feinde.
Selbst Luther meinte:Und je lieber man sein Kind hat, um so größer ist die Rute.
Der neue Glaube, 173. Das Glück der Gottlosen, Luther-W Bd. 9, S. 83

Solange Erwachsene sich verkleiden, als Karnavalisten, Homos, Schützenfestler oder diverse andere Verkleidungen, ist nichts dagegen einzuwenden, solange sie niemanden schaden und oder unmündige Kinder schädigen.
Es ist ein Unterschied, ob man sich mündig zu einer Beschneidung entscheidet oder es für einen entschieden wird. Sicherlich wäre Nachdenken zielführender als Verbote.

Rechtlich

Bild von Anonymous

Bezüglich Hygiene und der Achtung von Religionen mag man zur Beschneidung stehen wie man möchte. Rechtlich gesehen ist die Straflosigkeit der männlichen Beschneidung aber wohl verfassungswidrig. Sie sagen ja selbst, dass sie die weibliche Beschneidung kategorisch ablehnen (wie ich auch), wenn aber die weibliche Beschneidung strafbar ist und die männliche straffrei bleibt, haben wir ein Problem mit Art. 3 III GG. Es ist schlechterdings inakzeptabel unter Geltung des Grundgesetzes, dass das Strafrecht (zumindest partiell) nur ein Geschlecht schützt und wir beim anderen auf Tradition und Hygiene verweisen.
Dazu kommt ja noch folgendes: Sie selbst haben sich mit 20 aus eigenem Willen beschneiden lassen. Dann spricht ja nichts dagegen auch bei der religiösen Beschneidung zu warten bis die Kinder einwilligungsfähig sind.
Das scheint mir doch ein guter Kompromiss.

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