Schreiben als Therapie – bei manchen soll es helfen. Bei Franz Josef Wagner, dem täglichen Kolumnisten von „Bild“, hilft es nicht: Seine sexuellen Obsessionen sind so heillos wie seine Schreibe
Für Wagner gibt es bei Frauen offensichtlich nur Nutten und Mutter – nicht Mütter, Mutter! Denn an die deutschen Mütter schreibt er in einer Kolumne: „Laut neuem Familienbericht der Bundesregierung seid Ihr faul. 2 Stunden und 18 Minuten investiert Ihr in Hausarbeit – danach Café latte trinken, Schuhe kaufen, Unterhautfettgewebe wegtrainieren, in einem Body-Piercing-Katalog blättern, die Beine übereinander schlagen, auf Single-Frau tun, einen 20jährigen verführen.“ Um dann noch einmal auf das goldene Zeitalter wahrer Mütterlichkeit zu kommen: „Ich bin glücklich, dass meine Mutter eine Trümmerfrau war. … Meine Mutter hatte keine rotlackierten Fingernägel. Meine Mutter hatte keinen Sex. Meine Mutter war eine Löwin.“
Die „moderne Frau“ und „ihre Freundinnen“, das ist für Wagner, wie er an die SPD-Politikerin Andrea Nahles via „Bild“ schreibt, „die Folterwerkstatt für den Mann“. Aber Wagner weiß Rat: „Frau Nahles braucht einen Mann.“ Der österreichischen Literatur-Nobelpreisträgerin Elfriede Jelinek teilte er auf demselben Weg mit, er halte sie „für eine gestrige Frau“ und empfahl ihr: „Nehmen sie ihr Preisgeld, geben sie es aus für Therapeuten“.
Durchgeknallt
Unvermeidlich, dass sich Wagner der CSU-Politikerin Gabriele Pauli annimmt, die letztlich den Rücktritt Edmund Stoibers auslöste. Für Wagner ist die „schöne Landrätin“, wie er sie noch im Januar nennt, eine wunderbare Projektionsfläche. Dabei sind dem Projektor jetzt mal wieder sämtliche Sicherungen durchgebrannt. Die aktuelle Fotoserie der Politikerin im Magazin „Park Avenue“ nimmt Wagner zum Anlass, in „Bild“, diesem Zentralorgan des erlesenen Geschmacks, in einem Brief an die „liebe Latex-Landrätin“ mal wieder so richtig die Sau rauszulassen. „Auf 6 Doppelseiten der Zeitschrift ‚Park-Avenue’ lassen sie sich in Domina-Posen – mit Latex-Handschuhen und gespreizten Beinen – fotografieren. Die Fotos sind klassische Pornografie. Der pornografische Voyeur lebt in der Qual, Ihnen die Kleider vom Leibe zu reißen. … Sie sind die frustrierteste Frau, die ich kenne. Ihre Hormone sind dermaßen durcheinander, dass Sie nicht mehr wissen, was wer was ist. Liebe, Sehnsucht, Orgasmus, Feminismus, Vernunft.“
Wie durcheinander die Hormone des Schreibers sind, darüber kann man nur spekulieren. Offensichtlich aber ist, dass diesem pornografischen Voyeur das Hirn in den Schritt gerutscht zu sein scheint.













